2025-11-16 14:56:00 Automobile

Fernsehdoku: „Mein Verbrenner wird elektrisch“

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Fotos: SWR via Autoren-Union Mobilität

Einfach den alten Verbrennungsmotor rausschmeißen und einen E-Antrieb einbauen: Die Idee gibt es bei Oldtimern schon länger. Aber ginge das auch im großen Stil für Millionen von Verbrenner- und Dieselfahrzeugen? Die SWR-Dokumentation „Mein Verbrenner wird elektrisch“ zeigt, dass solche Umrüstungen für viele Autos technisch machbar und ökologisch sinnvoll sind. Und dass sich der Umbau auch rechnen kann.

Johannes Hübner zum Beispiel fährt mit seinem VW Touran seit einiger Zeit nicht mehr zu Zapf- sondern zu E-Ladesäulen. Er ist einer der Pioniere des so genannten Retrofit - der Umwandlung von Verbrennern in Elektrofahrzeuge. Sein Touran ist inzwischen 21 Jahre alt und funktioniert einwandfrei. „Wir haben die größten Fehlerquellen ausgebaut, und das sind halt Motor, Kühlsystem, Auspuff“, sagt Hübner in der SWR-Dokumentation. „Also das ist schon mal kein Grund mehr ihn zu verschrotten. Die Elektrotechnik wird auf jeden Fall länger halten als alles drum herum." Hübner ist Elektroingenieur und hat in den Umbau in Eigenregie viele hundert Arbeitsstunden gesteckt.

Auch einige Firmen haben sich auf Retrofits spezialisiert und bieten Bausätze oder komplette Umbauten an. Die Firma E-Revolt in Dachau zum Beispiel hat einen Umrüstsatz für den VW Golf 7 entwickelt, für eines der meistverkauften Autos in Deutschland. Mitgründer Ralf Schollenberger sieht in den Umrüstungen einen ergänzenden Baustein zur schnelleren Emissionsfreiheit.

Am Ende dürfte der Preis entscheiden. Zwischen 12.000 und 15.000 Euro veranschlagt E-Revolt für den Umbau. Lohnt sich diese Investition für Fahrzeugbesitzer? „Die Wirtschaftlichkeitsrechnung war tatsächlich überraschend" sagt Michael Krail, Verkehrsexperte am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung. Er hat für den SWR-Film eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt. Demnach amortisiert sich die Investition beim Umbau eines 10 Jahre alten VW Golf Diesel nach sieben Jahren, bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 14.000 Kilometern pro Jahr.

Staatliche Förderungen wie etwa in Frankreich könnten Verbrenner-Umbauten deutlich attraktiver machen. Dort können Privatpersonen bis zu 5000 Euro Zuschuss beantragen. Das Bundesverkehrsministerium hält auf SWR-Anfrage eine "serielle Umrüstung von Pkw wirtschaftlich nicht für sinnvoll".

Die Dokumentation blickt auch nach Äthiopien. Die Regierung hat als erstes Land im vergangenen Jahr ein Einfuhrverbot für neue Verbrennerfahrzeuge erlassen und setzt stark auf erneuerbare Energie. Davon hat das Land reichlich - und bei Strompreisen von rund 0,5 Ct pro Kilowattstunde ist elektrisch fahren dort besonders attraktiv. Entsprechend interessant ist daher auch der Umbau von alten und sehr alten Verbrennungsfahrzeugen.

Zu sehen ist die Story „Mein Verbrenner wird elektrisch“ von Berndt Welz am 2. Dezember um 21 Uhr im SWR Fernsehen. Vorab kann der Beitrag ab morgen in der ARD-Mediathek und auf dem Youtube-Kanal des SWR abgerufen werden. (aum)

Veröffentlicht am 16.11.2025

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