2026-05-15 09:01:00 Automobile

Kostenfalle Frühjahrscheck?

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Fotos: Skoda via Autoren-Union Mobilität

Nach dem Winter locken viele Werkstätten mit günstigen Frühjahrschecks. Für eine überschaubare Pauschale wird das Auto durchgesehen, um mögliche Schäden durch Kälte, Nässe, Streusalz oder Schlaglöcher zu entdecken. Grundsätzlich ist ein solcher Check sinnvoll, denn Fahrzeuge bestehen aus zahlreichen Verschleißteilen, die mit der Zeit an Funktion verlieren oder ausfallen können. Aus Sicht des ADAC kann eine regelmäßige Kontrolle deshalb helfen, Mängel frühzeitig zu erkennen.

Problematisch wird es jedoch dann, wenn bei der Untersuchung plötzlich größere Defekte festgestellt werden und die Werkstatt umgehend eine teure Reparatur empfiehlt. Nach Angaben des ADAC melden sich immer wieder Mitglieder, die nach einem Frühjahrscheck mit vermeintlich dringenden Schäden konfrontiert wurden – teils mit Reparaturkosten im vierstelligen Bereich. Häufig werde dabei der Eindruck erweckt, das Fahrzeug sei nicht mehr verkehrssicher oder die Instandsetzung müsse sofort erfolgen.

Wichtig für Verbraucher: Der Auftrag für einen Frühjahrscheck umfasst zunächst nur die Untersuchung des Fahrzeugs. Ein automatischer Reparaturauftrag entsteht daraus nicht. Autofahrer können ein Angebot jederzeit ablehnen und sollten sich bei größeren Maßnahmen den beanstandeten Schaden konkret zeigen lassen. Sinnvoll ist es zudem, einen schriftlichen Kostenvoranschlag zu verlangen.

Gerade bei umfangreicheren Reparaturen empfiehlt der ADAC, anschließend eine zweite Einschätzung einzuholen – entweder bei einer anderen Werkstatt oder bei einer neutralen Prüfstelle. Das kann sich lohnen: Untersuchungen des Clubs zeigen, dass die Preise für identische oder vergleichbare Arbeiten je nach Anbieter deutlich schwanken können. Wer vergleicht, spart im Zweifel viel Geld.

Besonders aufmerksam sollten Kunden werden, wenn sie zu einer sofortigen Entscheidung gedrängt werden. Auch wenn eine Werkstatt behauptet, mit dem Auto dürfe nicht weitergefahren werden, ist es ratsam, zunächst telefonischen Rat einzuholen, etwa bei einer anderen Fachwerkstatt oder über die Technik-Hotline des ADAC. Bei Zweifeln sollte kein Reparaturauftrag erteilt werden – denn bereits eine mündliche Zustimmung kann rechtlich als Beauftragung gelten.

Wer von Anfang an auf Neutralität setzt, kann den Frühjahrscheck bei einer Prüforganisation durchführen lassen, die keine eigenen Reparaturen anbietet. Solche unabhängigen Untersuchungen bieten unter anderem die Prüfzentren des ADAC an. Dort sind neben Saison-Checks auch Fahrzeugbewertungen und Wertermittlungen möglich – etwa beim Kauf oder Verkauf eines Gebrauchtwagens. Weitere Informationen gibt es unter www.adac.de. (aum)

Veröffentlicht am 15.05.2026

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