Lkw-Abbiegeassistenten arbeiten noch nicht sicher genug
Vier der neun untersuchten Assistenz-Systeme schnitten mit „mangelhaft“ ab, zwei wurden mit „gut“ und zwei mit „befriedigend“ bewertet. Testsieger ist der Assistent der Eyyes GmbH. Dieses System produzierte im realen Straßenverkehr keine Fehlmeldungen und konnte Radfahrer auch noch in einem seitlichen Abstand von sechs Metern zum Lkw erkennen. Die optische Rückmeldung an den Fahrer ist leicht und verständlich. Allerdings ist der Testsieger mit einem Preis von 3690 Euro auch am teuersten.
Da die Anforderungen des BMVI an die Systeme aus Sicht des ADAC zu anspruchslos sind, testete der Autoclub möglichst viele verschiedene Alltagssituationen – sowohl auf dem Testgelände als auch im realen Verkehr. Überprüft wurde etwa, ob die Geräte rechtzeitig auf Inlineskater und Rollstuhlfahrer reagieren und wie groß der jeweilige Abdeckungsbereich ist. Außerdem wollten die Tester wissen, was passiert, wenn sich parkende Autos zwischen Lkw und Radler befinden oder der Blinker (des Lkw) nicht genutzt wurde.
Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der Frage, ob und wie oft Systeme Fehlwarnungen auslösen. Denn bei zu häufigen Fehlwarnungen sinkt die Akzeptanz der Anwender für technische Assistenten nachweislich. Eine besonders hohe Zahl von Fehlwarnungen hatten Systeme, die nicht zwischen Bäumen oder Verkehrsschildern und ungeschützten Verkehrsteilnehmern unterscheiden können. Außerdem konnte keiner der getesteten Assistenten einen Radfahrer zuverlässig erkennen, wenn sich zwischen der Radfahr- und der Lkw-Spur parkende Fahrzeuge oder andere Hindernisse befanden. (aum)
Veröffentlicht am 05.08.2021
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