Nach 1,2 Millionen Exemplaren: Volkswagen Touareg mit „Final Edition“
Mit seinem ersten Geländewagen betrat Volkswagen ein neues Fahrzeugsegment und wollte die Marke auf ein höheres Niveau heben. Dank seiner Abmessungen, Ausstattung und Technik etablierte sich der Touareg schnell in der Oberklasse. Trotz seiner Größe trat er stets mit einem zeitlos-dezenten Design auf. Im Innenraum präsentierte er sich über alle Generationen hinweg stilvoll, hochwertig und komfortabel – ergänzt durch zahlreiche technische Innovationen. Anfangs waren Europa und besonders Deutschland die wichtigsten Absatzmärkte. Heute wird der Touareg in 39 Ländern angeboten. Mehr als 1,2 Millionen Exemplare wurden bisher verkauft.
Touareg I (ab 2002)
Direkt nach seiner Markteinführung im Herbst 2002 avancierte der Touareg mit Innovationen wie elektromechanischer Wankstabilisierung oder CDC-Luftfederung mit sechsstufiger Niveauregelung zu einem der meistbeachteten SUVs seiner Klasse. Wasserdurchfahrten von bis zu 58 Zentimetern und Steigungen bis 45 Grad waren möglich.
Das Topmodell war der Touareg V10 TDI mit dem damals stärksten bei Volkswagen verbauten Diesel. Der 230 kW (313 PS) starke Fünfliter-Zehnzylinder erzeugte 750 Nm Drehmoment und beschleunigte das 2,5 Tonnen schwere SUV in 7,8 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 225 km/h. Der Touareg I wurde von 2002 bis 2009 gebaut und erreichte mit über 471.000 verkauften Einheiten einen großen Erfolg in der Oberklasse.
Touareg II (ab 2010)
Die zweite Generation wuchs in Breite und Länge. Aerodynamische Stoßfänger und ein neu gestalteter Kühlergrill unterstrichen die sportliche Eleganz. Zugleich stellte Volkswagen mit dem Touareg 3.0 V6 TSI Hybrid sein erstes Hybridfahrzeug vor. Der aufgeladene V6-Ottomotor mit 245 kW (333 PS) wurde von einem 34,3 kW (46 PS) starken Elektromotor unterstützt. Dieser gewann beim Bremsen Energie zurück und speiste sie in die Batterie ein. Die Systemleistung lag bei 279 kW (380 PS), das maximale Drehmoment bei 580 Nm. Der Touareg II beschleunigte in 6,5 Sekunden auf 100 km/h und erreichte 240 km/h Spitze. Der kombinierte Verbrauch: 8,2 Liter Super auf 100 Kilometer. Von 2010 bis 2018 wurden über 483.000 Fahrzeuge dieser Generation verkauft.
Touareg III (ab 2018)
Die dritte Generation zeigt mit geschärfter Linienführung, großzügig verkleideter Karosserie und einer Stahl-Aluminium-Struktur aus Leichtbaumaterialien einen dynamischeren Charakter. Der Radstand wuchs auf 2,904 Meter, die Fahrzeughöhe sank um sieben Millimeter – das sorgt für eine noch attraktivere Optik. Das Cockpit wurde vollständig überarbeitet und bietet digitale Innovationen, moderne Connectivity- und Assistenzsysteme. Die optimierte elektromechanische aktive Stabilisierung erfasst Wankbewegungen bis zu 400 Mal pro Sekunde und gleicht sie optimal aus.
Seit Herbst 2020 steht mit dem Touareg R Hybrid ein neues Topmodell an der Spitze: ein Plug-in-Hybrid mit 340 kW (462 PS), 700 Nm Drehmoment und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit. Seit 2018 wurden weltweit bereits mehr als 265.000 Exemplare des Touareg III verkauft.
VW Race Touareg
Auch im Offroad-Rennsport setzte der Touareg Maßstäbe. Mit dem speziell von Volkswagen Motorsport entwickelten „Race Touareg“ wurde VW zu einem der dominanten Teams bei der Rallye Dakar. Drei Gesamtsiege in Folge – 2009 mit Giniel de Villiers, 2010 mit Carlos Sainz und 2011 mit Nasser Al-Attiyah – unterstreichen das. Zu den größten Stärken der Prototypen zählten die robuste Konstruktion, der dynamische Allradantrieb und ihre außergewöhnliche Zuverlässigkeit.
Touareg „Stanley“
2005 gewann der Touareg „Stanley“ in Kalifornien die prestigeträchtige „Grand Challenge“ der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) – als eines der ersten intelligenten Fahrzeuge der Automobilgeschichte. Beim Wüstenrennen in Nevada starteten 23 autonome Fahrzeuge, nur vier erreichten das Ziel. „Stanley“ bewältigte die 212 Kilometer lange Strecke in 6 Stunden, 53 Minuten und 58 Sekunden ohne menschlichen Eingriff und kam als Erster ins Ziel. Das Fahrzeug war ein gemeinsames Projekt von Volkswagen und mehreren Forschungszentren. Ausgestattet mit Laserscannern, Stereo-Kameras, GPS und speziell entwickelter Steuerungssoftware navigierte „Stanley“ präzise durchs Gelände. Der Sieg markierte einen Meilenstein in der Entwicklung autonomer Fahrzeugsysteme.
Touareg zieht einen Jumbojet
2006 sorgte Volkswagen mit einem Weltrekord für internationales Aufsehen: Ein seriennaher Touareg V10 TDI zog eine rund 155 Tonnen schwere Boeing 747 über eine Startbahn. Mit seinem Drehmoment von 750 Nm und einem modifizierten Fahrwerk bewegte das SUV den Jumbo-Jet über 150 Meter und brachte ihn sicher wieder zum Stehen. Für das Experiment wurde der Touareg mit über vier Tonnen Zusatzgewicht beladen, um die Kraft optimal auf den Boden zu übertragen. Motor, Getriebe und Luftfederung blieben serienmäßig – ein eindrucksvoller Beweis für Leistungsfähigkeit und Robustheit.
Touareg auf der Panamericana
2011 stellte der Touareg V6 TDI seine Ausdauer unter Beweis: Ein Team um Langstreckenfahrer Rainer Zietlow absolvierte die legendäre „Panamericana“ von Feuerland in Argentinien bis nach Alaska in nur elf Tagen, 17 Stunden und 22 Minuten. Die über 22.750 Kilometer lange Strecke führte durch 17 Länder und nahezu alle Klimazonen. Der Touareg unterbot den bisherigen Weltrekord um vier Tage. (aum)
Veröffentlicht am 16.10.2025
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