2026-11-07 11:31:00 Automobile

Ob Zwei- oder Viertakter spielt bei Rotax keine Rolle

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Fotos: Rotax via Autoren-Union Mobilität

Ob auf Schnee, Wasser, Straßen, in der Luft oder im Geländeeinsatz, die Antriebssysteme der Marke Rotax stehen weltweit für hohe Leistung unter extremen Bedingungen. Als Teil des kanadischen BRP-Konzerns fungiert BRP-Rotax Gunskirchen nicht nur als Entwicklungs- und Produktionsstandort, sondern als Technik-Schmiede für Antriebs-Themen. Alle Innovationen und die Ingenieurs-Leistungen für die globale Motorenfamilie sind am oberösterreichischen Stammsitz verankert.

Rotax-Motoren sind ein globales Produkt: Im vergangenen Jahr fertigte BRP-Rotax im weltweiten Verbund gemeinsam mit dem BRP-Werk in Querétaro (Mexiko) mehrere hunderttausend Motoren, wobei etwa ein Drittel davon direkt in Gunskirchen produziert wurde. Der Einsatz der zwei- und viertaktenden Maschinen ist nahezu unbegrenzt. Sie arbeiten in Fluggeräten, Quads, Karts, Motorrädern oder auch Schneemobilen. Das Erreichen des 12-millionsten Motors verkörpert den Kern einer Philosophie: Ein globales Fertigungsnetzwerk, das auf der engen Koppelung von eigener Forschung und Entwicklung mit hochpräziser Fertigung direkt am oberösterreichischen Standort basiert.

„Zwölf Millionen produzierte Motoren sind nicht nur eine beeindruckende Kennzahl, sondern vor allem ein Beleg für das Know-how, die Präzision und das Engagement unserer rund 1500 Mitarbeitenden in Gunskirchen sowie unserer Kolleginnen und Kollegen in Mexiko“, kommentiert Mario Gebetshuber, Geschäftsführer von BRP-Rotax, das Jubiläum.

Ein Beispiel für die stete technische Weiterentwicklung sei der Aufbau einer eigenen, hochautomatisierten Fertigungslinie für Direkteinspritzsysteme für Zweitaktmotoren, so Gebetshuber weiter. Die Produktion dieser Zweitakter war erst im Mai 2026 gestartet. Neben Powersports-Fahrzeugen treiben Rotax-Motoren auch Karts, Flugzeuge sowie spezialisierte Industrie- und B2B-Anwendungen – wie etwa Tragkraftspritzen für Feuerwehren – zuverlässig an. Das technologische Portfolio reicht dabei von hocheffizienten Zwei- und Viertakt-Verbrennungsmotoren bis hin zu innovativen Elektroantrieben.

Der Jubiläums-Motor ist ein 2-Takt Rotax 600 RR E-TEC für Schneemobile der BRP-Marken Ski-Doo und Lynx. Er verkörpert den Ursprung und die Evolution der gemeinsamen Geschichte von Bombardier - dem Vorläufer von BRP Inc. - und Rotax: Die gemeinsame Geschichte begann in den frühen 1960er Jahren, als der kanadische Erfinder Joseph-Armand Bombardier nach einem extrem leichten, leistungsstarken und kälteerprobten Zweitakt-Motor für seine neuartigen Schneeschlitten suchte. Fündig wurde er in Gunskirchen.

Aus dieser ersten Lieferung erwuchs eine Erfolgsgeschichte, die schließlich 1970 in der Eingliederung von Rotax in den BRP-Konzernverbund gipfelte. Die Wurzeln des Unternehmens reichen jedoch nach Deutschland zurück. Friedrich Theodor Gottschalk gründete 1884 in Dresden eine Werkstatt für Messgeräte, sattelte als enthusiastischer Radfahrer jedoch bald auf die Herstellung von Fahrradteilen um. Gottschalk widmete sich vor allem der Weiterentwicklung der in den Vereinigten Staaten erfundenen Freilaufnabe, woher auch der Name des Nachfolge-Unternehmens Rotax AG stammte. Das Akronym geht auf den lateinischen Begriff „rotanda axis“ (rotierende Achse) zurück. In den 1930er Jahren wurde die Rotax AG schrittweise von Fichtel und Sachs in Schweinfurt übernommen. Unter der US-Militärverwaltung und nach einer Aktienübernahme durch den ehemaligen Kunden Lohner wurde Rotax zum Eigentum der Republik Österreich.

Zuletzt war das Unternehmen durch den Einsatz von Rotax-Motoren in Kriegswaffen von den Medien erwähnt worden. So berichtete die Tageszeitung „Der Standard“ 2020, dass keine österreichischen Motoren mehr für türkische Kampfdrohnen geliefert würden. Eingesetzt wurden die Motoren außerdem als Triebwerk der amerikanischen „Predator“-Drohne, ebenso für iranische Flugkörper, die auch an Russland geliefert wurden. In einer Stellungnahme gab BRP Rotax an, den Fund eines abgeschossenen Flugkörpers mit österreichischen Motor im Schwarzen Meer „sehr ernst“ zu nehmen, man habe bereits Untersuchungen mit einem Partner in der Ukraine eingeleitet, „um die Quelle der Motoren zu ermitteln“. (aum/mk)


Veröffentlicht am 07.11.2026

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