2021-09-10 13:26:00 Automobile

Renault fährt mit Mobilize in die Zukunft der Mobilität

Die automobile Welt steht vor einem großen Wandel, denn die Zeiten da sich Automobilhersteller allein auf die Produktion der Modelle konzentrierten, nähern sich ihrem Ende. Inzwischen hat der Besitz eines Automobils zunehmend seinen Reiz verloren, und die Menschen suchen nach anderen Möglichkeiten, um mobil zu bleiben. „Die Zahl der Automobilisten, die sich dazu entscheiden nicht mehr Besitzer eines Automobils zu sein, steigt vor allem in den Großstädten“, weiß Clothilde Delbos, bei Renault für den Mobilitätsdienstleister Mobilize verantwortlich. „Mit Mobilize bereiten wir die Zukunft der Mobilität vor.“

Mobilize wurde am 14. Januar gegründet und ist nun neben Renault, Dacia und Alpine die vierte Marke des französischen Konzerns. Mit dem Unternehmen plant Renault Mobilitätsdienstleistungen, die bis zum Jahr 2030 mehr als 20 Prozent zum Konzernumsatz beisteuern sollen. Das sichtbarste Element der Marke ist der Mobilize Limo, ein vollelektrisches Modell, das vom kommenden Jahr an als Taxi eingesetzt werden soll und von dem chinesischen Renault-Partner Jiangling Motors hergestellt wird. Nach der IAA Mobility in München wird eine Testflotte von 40 Fahrzeugen in den Testbetrieb gehen.

Nach Berechnungen von Mobilize wird der Markt von Chauffeurdiensten bis zum Jahr 2030 einen Umsatz von 50 Milliarden Euro erreichen. Aktuell sind es 28 Milliarden Euro. Und einen bedeutenden Anteil werden vollelektrische Fahrzeuge haben, wenn die Zahl der Umweltzonen weiterwächst. Mobilize verspricht für den Limo eine Reichweite von rund 450 Kilometern. Dank des langen Radstands (2,75 Meter) herrschen vor allem im Fond großzügige Platzverhältnisse. Das Modell wird den Kunden gegen eine flexibel gestaltete Gebühr überlassen, die sich nach den gefahrenen Kilometern oder der Mietdauer richtet. In der Gebühr sind die Herstellergarantie, Wartung, Versicherung und Ladelösungen enthalten. Die Energieversorgung übernimmt eine 60 kWh starke Batterie.

Neben dem Taxi-Modell bereitet Mobilize weitere Dienstleistungen vor, um den städtischen Raum zu entlasten. In München zeigte die Marke drei Prototypen, die speziell für die „shared Mobility“, also der geteilten Mobilität der Zukunft, entwickelt wurden. Neben dem zu 50 Prozent aus recycelten Materialien produzierten Duo, einem vom Twizyy abgeleiteten Zweisitzer, soll der Bento die innerstädtische Logistik entlasten. Zielgruppe sind Handwerker, aber auch private Nutzer für den kleinen Umzug und Logistikdienstleister. Der Mini-Transporter kann mit seinem bis zu einem Kubikmeter großen Stauraum als Frachter für kleine Ladungen eingesetzt werde. Hippo wiederum lässt sich für den Transport auf der letzten Meile einsetzen. Das 3,80 Meter lange Fahrzeug lässt sich den verschiedenen Bedürfnissen der Kunden anpassen und kann als Kühl-, Massengut- oder Pakettransporter eingesetzt werden.

Als weitern Carsharingdienst gehört auch Zitty, bis jetzt in Paris und Madrid aktiv, zum Mobilize-Reich. In den kommenden Monaten wird Zity auch auf andere Städte ausgedehnt und der Dacia Spring in die Flotte übernommen. Aktuell zählt Zity mehr als 400.000 Kunden.

Neben der Hardware, also Fahrzeugen, um von A nach B zu kommen, entwickelt Mobilize auch konkrete Lösungen für die elektrische Zukunft. „Mit dem stetigen Zuwachs von Elektro- und Plug-in-Fahrzeugen ist der Mobilitätsmarkt immer enger mit dem Energiemarkt verknüpft“, erklärt Clothilde Delbos. Deshalb hat die Marke eine Vielzahl von Bausteinen entwickelt. Dazu gehört unter anderem das Batteriezertifikat, mit dem der Handel von gebrauchten E-Modellen transparenter werden soll. Der Mobilize Charge Pass ermöglicht das Laden an 260.000 Stationen in Europa und mit dem aktuell in Frankreich und den Niederlanden möglichen Mobilize Smart Charge können die Kunden ihre Kosten reduzieren. Smart Charge berücksichtigt die Spitzen bei Stromerzeugung und -verbrauch und berechnet so einen optimalen Ladeplan.

Außerdem gehört die Weiterentwicklung von Speicherlösungen zum Angebot. Dafür werden die beiden aktuell größten stationären Energeispeicher, die Batterien aus Elektromodellen nutzen, ausgebaut. Langfristig ist eine Kapazität von 70 MWh geplant. Neben den beiden Standorten im französischen Douai und Elverlingsen in Deutschland baut Mobilize auf dem Gelände des französischen Werkes in Flins einen weiteren Speicher mit einer Leistung von 15 MWh auf. (aum/ww)

Veröffentlicht am 10.09.2021

ElektromobilitätMobilitätskonzepteUnternehmenRenaultRenault Mobilize


 
Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen, sowie kontaktiert zu werden.Mit (*) markierte Felder sind Pflichtfelder.
2022-06-02 12:01:00 Automobile

Renault fährt mit Mobilize in die Zukunft der Mobilität

Carzoom.de
Fotos: Autoren-Union Mobilität/Renault

Im Allgemeinen konzentrieren sich Automobilkonzerne auf eine Kernaufgabe: Sie wollen Fahrzeuge in möglichst hohen Stückzahlen auf den Markt bringen. Doch die Zeiten ändern sich, und die Industrie orientiert sich angesichts neuer Herausforderungen vom reinen Autohersteller zu einem Dienstleister in Sachen Mobilität.

Da ist zum einen die Lücke zwischen dem Einsatz der Fahrzeuge und den damit verbundenen Kosten. 90 Prozent der Zeit stehen die Automobile ungenutzt auf Stellplätzen, und gleichzeitig verringert sich ihr Wert in den ersten drei Jahren um rund 50 Prozent. Hinzu kommt die Umweltbelastung des Verkehrs, der in Europa beim CO2-Ausstoß rund 15 Prozent ausmacht.

Renault hat daraus die Konsequenzen gezogen und bringt mit Mobilize eine neue Konzernmarke an den Start, die in Zukunft 20 Prozent des Umsatzes erreichen soll. „Wir wollen keine Automobile verkaufen, sondern Dienstleistungen rund um das Thema Mobilität anbieten“, beschreibt Mobilize-Chefin Clotilde Delbos die Ausrichtung des Unternehmens. Bei dem neuen Geschäftsmodell führt die Marke die verschiedenen Geschäftsfelder von der Finanzierung über Versicherungen, Bezahldienste, Ladeservice und Wartung sowie Wiederaufbereitung und Carsharing unter einem Dach zusammen.

Bis zum Jahr 2030 sollen die Finanzdienstleistungen um 70 Prozent steigen, und gleichzeitig, so die Planungen, soll sich die Leasingflotte auf eine Million Fahrzeuge verdoppeln. Dabei nehmen Elektromobile einen Anteil von mindestens 70 Prozent ein. Gleichzeitig gehen die Verantwortlichen von einer Ausdehnung der Ladeinfrastruktur auf 260.000 Stationen aus. „Für das Laden haben wir zusammen mit Visa eine Kreditkarte entwickelt“, erklärt Clotilde Delbos.

In der Mobilize-Welt spielt die Elektromobilität die Hauptrolle. Während sich Renault um den Massenmarkt kümmert, setzt die neue Marke auf eine überwiegend elektrische Modellpalette, wobei die einzelnen Fahrzeuge ausschließlich für genau definierte Einsatzzwecke entwickelt werden. Erklärtes Ziel ist dabei, die Verbreitung der Elektromobilität und Carsharing zu erleichtern. Dabei arbeitet die Marke unter anderem mit dem Dienstleister Zity aktuell in Paris, Madrid und Lyon und bald auch in Mailand zusammen. Derzeit zählt Zity bereits mehr als 400.000 Kunden. In Zukunft wird ein eigens für diese Dienste entwickeltes Fahrzeugmodell eingesetzt werden. Für die urbane Logistik werden weitere E-Mobile angeboten werden, die den verschiedenen Logistikaufgaben für den Transport auf der letzten Meile dienen.

Für Chauffeurdienste kommt demnächst ein in China vom Renault-Partner Jiangling produziertes Modell zum Einsatz, das eine Reichweite von 450 Kilometer erreichen soll. Nach Berechnungen des Unternehmens wird dieser Markt bis zum Jahr 2030 einen Umsatz von 50 Milliarden Euro generieren. Für die Nutzung des Fahrzeugs zahlen die Flottenkunden eine Gebühr, die sich nach den gefahrenen Kilometern oder der Mietdauer richtet. Die ersten 40 Fahrzeuge werden aktuell von einem Madrider Unternehmen in der spanischen Hauptstadt eingesetzt.

In dieser neuen Mobilitätswelt kommen auf die Händler vollkommen neue Aufgaben zu. Neben dem klassischen Verkauf von Neuwagen müssen sie ihre Kunden in Zukunft auch über Mobilitätsangebote der neuen Marke informieren und beraten. „Natürlich sind unsere Händler gefordert, doch die meisten haben verstanden, welche Veränderungen auf sie zukommen“, blickt Clotilde Delbos in die Zukunft. (aum/Walther Wuttke)

Veröffentlicht am 02.06.2022

UnternehmenRenaultRenault Mobilize


 
Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen, sowie kontaktiert zu werden.Mit (*) markierte Felder sind Pflichtfelder.