2026-02-08 14:56:00 Automobile

Retro Classics 2026: Porsche – Raceborn vor 75 Jahren

Carzoom.de
Fotos: Porsche via Autoren-Union Mobilität

Porsche startet auf der Retro Classics in Stuttgart (19.–22.2.) in sein Jubiläumsjahr „Raceborn – 75 Jahre Motorsport“. Unter dem Titel „Raceborn – 75 Jahre Porsche Motorsport“ werden vier ausgewählte Rennwagen sowie Motorsportexponate aus dem Archiv und historische Filmsequenzen gezeigt. Eines der ausgestellten Fahrzeuge übernimmt in diesem Jahr die Rolle des Motorsportbotschafters für das Porsche-Museum und wird als Jubiläumsrepräsentant bei zahlreichen Veranstaltungen eingesetzt.

Eines der Highlights am Messestand ist ein originaler Porsche 356 SL, das erste Fahrzeug der damals noch jungen Marke Porsche, das speziell für den Einsatz im Motorsport aufgebaut wurde. Mit seinem Klassensieg bei den 24 Stunden von Le Mans 1951 markierte dieser Typ (intern 514) den offiziellen Beginn des Motorsports bei Porsche. Der 356 SL war Rundstreckenfahrzeug, Rallyeauto, Rekordwagen und Basis des frühen Kundensports. In den 1950er-Jahren feieret er Klassensiege auf Rundstrecken und bewies bei internationalen Langstrecken- und Zuverlässigkeitsrallyes wie Lüttich–Rom–Lüttich seine Qualitäten. Motorsportgeschichte schrieb Richard von Frankenberg mit einer 72-Stunden-Rekordfahrt über 10.987 Kilometer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 152,34 km/h. 1952 erreichte Gilberte Thirion mit ihrem 356 SL den zweiten Platz in ihrem Klassement bei der „Rallye Paris–Saint Raphaël Féminin“. Der 356 SL wurde damit zum Ausgangspunkt des Kundensports: Erstmals erhielten Privatfahrer und kleine Teams ein Fahrzeug, mit dem sie international konkurrenzfähig waren.

Ein weiteres Fahrzeug ist der 909 Bergspyder, den Porsche im Jahr 1968 für die Europa-Bergmeisterschaft entwickelte. Angetrieben wurde der unter 400 Kilogramm leichte 909 von einem luftgekühlten Acht-Zylinder-Boxermotor mit knapp zwei Litern Hubraum und einer Leistung von 275 PS (202 kW). Die Beschleunigung auf 100 km/h erfolgte in rund 2,4 Sekunden. Um das Leistungsgewicht zu optimieren, bestanden der Gitterrohrrahmen aus Aluminium und die Schraubenfedern aus Titan. Die dünne Karosserie wurde aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Entwicklungsleiter war damals Ferdinand Piëch.

Es ist noch kein Jahr her, als Ayhancan Güven in Hockenheim für das Porsche-Kundenteam Manthey EMA startete und in der letzten Runde des letzten Rennens die Meisterschaft für sich entschied. Mit seinem Sieg wurde er der erste türkische DTM-Champion. Bei der Retro Classics präsentiert Porsche den Rennwagen nun zum ersten Mal nach seinen Einsätzen der Öffentlichkeit.

An allen Tagen erläutert das Team von Porsche Heritage und Museum interessierten Besuchern die ausgestellten Fahrzeuge. Für die kleinen Besucher gibt es am Messestand altersgerechte Mitmachangebote. Die erwachsenen Fans lädt der Museumsshop mit einem ausgewählten Sortiment rund um die Marke zum Stöbern ein.

Am 21. und 22. Februar 2026 lädt Porsche außerdem um 14 Uhr zu einer Gesprächsrunde unter dem Titel „Perspektivenvielfalt im Motorsport“ ein. Holger Eckhardt, Pressesprecher Motorsport LMDh, GT und Kundensport bei Porsche, trifft auf Le-Mans-Sieger Timo Bernhard, Werksfahrer Ayhancan Güven und Frank Jung, Leiter Unternehmensarchiv und Sammlungen. Es geht unter anderem darum, wie der Weg vom e-Racer auf die echte Rennstrecke aussehen kann und wie es sich anfühlt, nicht mehr selbst zu starten, dafür aber ein eigenes Kundensportteam zu besitzen. (aum)

Veröffentlicht am 08.02.2026

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