Zölle und China-Schwäche drücken Ergebnis
Deutlich schlechter als der Absatz und Umsatz entwickelte sich jedoch die Profitabilität. Das operative Ergebnis fiel auf 8,9 Mrd. Euro und lag damit 53 Prozent unter dem Vorjahreswert von 19,1 Mrd. Euro. Die operative Umsatzrendite sank auf 2,8 Prozent. Der Konzern führt den Rückgang vor allem auf US-Importzölle, Währungseffekte sowie ungünstige Preis- und Modellmixeffekte zurück. Hinzu kommen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Anpassung der Porsche-Produktstrategie. Maßnahmen aus laufenden Kostenprogrammen hätten die Belastungen zwar teilweise abgefedert, konnten den Ergebniseinbruch jedoch nicht verhindern, hieß es bei der Pressekonferenz.
Ohne Sondereffekte wie Restrukturierungsaufwendungen hätte das operative Ergebnis 14,8 Mrd. Euro erreicht, was einer Marge von 4,6 Prozent entspräche. Ohne zusätzliche Belastungen aus US-Zöllen hätte das operative Ergebnis sogar bei 17,7 Mrd. Euro beziehungsweise 5,5 Prozent Rendite gelegen.
Stabil blieb dagegen die Finanzlage. Der Netto-Cashflow im Automobilgeschäft stieg um 24 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro. Verantwortlich dafür waren besonders ein reduziertes Working Capital sowie eine striktere Investitionsdisziplin. Die Netto-Liquidität im Automobilbereich lag zum Jahresende bei 34,5 Mrd. Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Unterschiedliche Entwicklung in den Regionen
Regional entwickelte sich das Geschäft uneinheitlich. Während Volkswagen in Europa (+5 Prozent) und Südamerika (+10 Prozent) zulegen konnte, gingen die Verkäufe in Nordamerika (-12 Prozent) und China (-6 Prozent) zurück.
In Europa stieg der Auftragseingang um rund 13 Prozent. Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage nach vollelektrischen Fahrzeugen, deren Bestellungen um etwa 55 Prozent zunahmen. Ihr Anteil am gesamten Auftragsbestand liegt inzwischen bei rund 22 Prozent.
Marken mit stark unterschiedlichen Ergebnissen
Innerhalb des Konzerns zeigte sich ein sehr heterogenes Bild. Die Brand Group Core – mit Volkswagen Pkw, Škoda, Seat, Cupra und Volkswagen Nutzfahrzeuge – steigerte ihre Umsätze um 3,7 Prozent auf 145,2 Mrd. Euro. Der Absatz wuchs um 3,3 Prozent. Das operative Ergebnis lag mit 6,8 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahr, die operative Rendite bei 4,7 Prozent. Besonders US-Importzölle belasteten die Ergebnisse. Als stabiler Ergebnistreiber erwies sich erneut Škoda.
Im Segment Progressive (unter anderem Audi) stiegen die Umsätze leicht auf 65,5 Mrd. Euro (+1,5 Prozent), auch durch einen höheren Anteil vollelektrischer Modelle. Das operative Ergebnis sank jedoch um 13,6 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro, die Rendite lag bei 5,1 Prozent. Belastend wirkten hier neben den US-Zöllen auch Kosten im Zusammenhang mit der Audi-Zukunftsvereinbarung.
Besonders stark traf die veränderte Marktsituation den Bereich Sport Luxury. Die Umsätze gingen um 11,7 Prozent auf 32,2 Mrd. Euro zurück. Das operative Ergebnis brach von 5,3 Mrd. Euro im Jahr 2024 auf nur noch 0,1 Mrd. Euro ein, die operative Rendite fiel auf 0,3 Prozent. Als Ursachen nennt Volkswagen das deutlich schwächere Marktumfeld in China, Zölle sowie einen langsamer als erwarteten Hochlauf der Elektromobilität. Gleichzeitig wurde eine strategische Neuausrichtung des Geschäfts eingeleitet.
Moderater Ausblick für 2026
Für das Jahr 2026 erwartet Volkswagen eine Umsatzentwicklung zwischen 0 und +3 Prozent. Die operative Umsatzrendite soll zwischen 4,0 und 5,5 Prozent liegen und damit deutlich über dem Niveau von 2025. Im Automobilbereich rechnet der Konzern mit einer Investitionsquote von 11 bis 12 Prozent. Der Netto-Cashflow soll zwischen 3 und 6 Mrd. Euro liegen, die Netto-Liquidität zwischen 32 und 34 Mrd. Euro.
Hohe Unsicherheiten
Die weiteren Geschäftsaussichten bleiben von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Volkswagen verweist auf konjunkturelle Risiken, mögliche Handelsbeschränkungen, geopolitische Spannungen sowie volatile Rohstoff- und Energiemärkte. Hinzu kommt eine zunehmende Wettbewerbsintensität –besonders im Elektrosegment – sowie steigende regulatorische Anforderungen. Die Prognose für 2026 basiert laut Konzern auf der Annahme, dass die derzeit geltenden internationalen Zollsätze unverändert bleiben. (aum)
Veröffentlicht am 10.03.2026
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