2021-02-17 08:21:00 Automobile

Auch E-Bikes haben ein zulässiges Gesamtgewicht

E-Bikes fahren im Trend – nicht nur bei pandemiebedingten Bahn-und-Bus-Verweigerern oder automobilfixierten Öko-Ideologen. Was aber kaum jemand weiß: E-Bikes haben ein zulässiges Gesamtgewicht – und das kann bei schweren Menschen oder viel Gepäck schnell überschritten werden. Für die Saison 2021 kommen deshalb E-Fahrräder auf den Markt, die ein höheres Gesamtgewicht erlauben.

Jedes E‑Bike ist für ein bestimmtes Gesamtgewicht ausgelegt. Dieses addiert sich aus Fahrradgewicht, Fahrergewicht und Gepäck. Anfänglich lag das zulässige Gesamtgewicht für viele E‑Bikes bei 120 Kilogramm. Da die Deutschen jedoch statistisch gesehen immer größer und schwerer werden, stehen die E‑Bike-Hersteller sozusagen vor gewichtigen Herausforderungen.

Der deutsche Mann im Alter zwischen 40 und 70 Jahren wiegt laut Statista rund 87 Kilogramm. Bei Frauen liegt das Durchschnittsgewicht bei 69 Kilogramm. Und selbstverständlich gibt es viele potenzielle E-Bike-Kunden, die bedeutend mehr wiegen. Zieht man also von den erlaubten 120 Kilogramm Gesamtgewicht das Radgewicht mit rund 25 Kilogramm ab, liegt das maximale Fahrergewicht nur noch bei 95 Kilogramm – da bleibt für einige Menschen nicht mehr viel Raum für Gepäck und das Mitnehmen eines Kindes im Kindersitz ist sogar unmöglich. Für die Radsaison 2021 lautet deshalb eine Lösung: Schwerlast- oder sogenannte Plus-Modelle.

CE-Kennzeichen gibt Aufschluss

So bieten Hersteller neuerdings spezielle E‑Bikes mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 180 Kilogramm an. Optisch unterscheiden sich die Räder kaum von anderen E‑Bikes. Welches Gewicht zulässig ist, finden sich auf dem Hinweis zur CE-Konformität, der bei jedem E‑Bike am Rahmen angebracht ist, beispielsweise am Sattel- oder Unterrohr.

Plus-Modelle sind zwar aktuell noch eine Ausnahme, werden aber in den kommenden Jahren mehr werden. Bei elektrifizierten City- und Trekkingrädern ist mittlerweile eine Zulassung bis 140 Kilogramm Standard. Sportliche Räder wie E‑Mountainbikes oder E-Rennräder sind meist auf 120 Kilogramm beschränkt, weil man hier weniger Gepäck mitnimmt und die Räder etwas leichter sind. Liegeräder, etwa von HP Velotechnik, sind generell auf höhere Belastungen ausgelegt. „Das liegt auch daran, dass Liegeräder gerne zum Reisen genutzt werden. Sie sind dank ihres tiefen Schwerpunkts geradezu ideal, um viel Gepäck mitzunehmen. Deshalb haben unsere Räder modellabhängig ein zulässiges Gesamtgewicht von mindestens 150 Kilogramm, die beiden Plus-Modelle sogar 170 Kilogramm“, sagt Pressesprecher Alexander Kraft.

Lastenräder haben eigene Norm

Bleibt in diesem Zusammenhang die Frage, wie es mit der stark wachsenden Gruppe von E‑Cargobikes und -Lastenrädern aussieht. Dafür gibt es in Deutschland seit letztem Jahr auch eine eigene Norm. „Darin finden Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu 300 Kilogramm Berücksichtigung“, sagt Markus Riese, Geschäftsführer vom Anbieter Riese & Müller. Anders ist das bei den sogenannten Midtails. Diese Räder werden zwar nach der gängigen E‑Bike-Norm EN 15194 getestet, aber dafür auf höhere Belastungen, denn sie haben einen verlängerten Gepäckträger und ermöglichen so die Mitnahme einer Person bis 60 Kilogramm Körpergewicht oder mehr Gepäck. (ampnet/fw)

Veröffentlicht am 17.02.2021

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