California wird elektrisch
Volkswagen Nutzfahrzeuge richtet den Blick nach vorn – und bleibt dabei fest in seiner eigenen Campinggeschichte verwurzelt. Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf präsentiert die Marke vom 28. August bis 6. September 2026 in Halle 16 ihre komplette Freizeitfahrzeugfamilie – vom kompakten Caddy California bis zum ausgewachsenen Grand California. Im Zentrum aber stehen zwei Premieren, die unterschiedlicher kaum sein könnten: der vollelektrische ID. California Cruise und ein flexibles Möbelkonzept für den California Beach.
Der ID. California Cruise basiert auf dem ID. Buzz und überträgt dessen charakteristisches Design, den lokal emissionsfreien Antrieb und das variable Raumkonzept erstmals auf die California-Welt. Noch ist das Modell vor allem ein Ausblick, doch die Botschaft ist eindeutig: Die elektrische Zukunft des Campingbus-Klassikers nimmt Gestalt an.
VW Nutzfahrzeuge versteht den ID. California Cruise als Auftakt einer neuen Generation vollelektrischer Campervans. In den kommenden Jahren soll die Baureihe schrittweise wachsen. Wie weit die elektrische Reichweite, die Ladeplanung und die autarke Camping-Nutzung tatsächlich reichen werden, dürfte dabei zu den entscheidenden Fragen gehören. Denn unterwegs zählt nicht nur das Fahren, sondern auch die Energieversorgung am Stellplatz.
Auf den ersten Blick weniger spektakulär, für die Praxis jedoch umso spannender ist das modulare Möbelkonzept für den California Beach, das Volkswagen Nutzfahrzeuge gemeinsam mit der Marke Stuff Bubble entwickelt hat. Der Ansatz besteht darin, zusätzliche Campingfunktionen zu bieten, ohne den Alltagsnutzen des Fahrzeugs zu beeinträchtigen. Gerade der California Beach profitiert von diesem Spagat. Er soll unter der Woche auf dem Weg zur Arbeit funktionieren, am Wochenende als Freizeitmobil dienen und im Urlaub möglichst viel Flexibilität bieten. Leichte, variable Module könnten dabei helfen, den Innenraum je nach Einsatzzweck schnell umzubauen.
Auf dem Caravan Salon will Volkswagen Nutzfahrzeuge das Konzept zunächst dem Publikum vorstellen und Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden sammeln. Ob und in welcher Form daraus ein Serienangebot entsteht, bleibt offen. Der direkte Austausch zeigt jedoch, dass die Marke Campinglösungen nicht ausschließlich am Reißbrett entwickeln will.
Komfort für kühle Nächte
Auch der aktuelle California erhält zum Caravan Salon neue Funktionen. Eine optionale elektrische Heckklappe soll den Zugang zum Gepäckraum erleichtern. Hinzu kommen eine weiterentwickelte Heizungs- und Klimafunktion mit Nachtabsenkung sowie eine neue Dachzeltdüse. Sie leitet warme Luft gezielt in den oberen Schlafbereich und soll damit vor allem in kühlen Nächten für mehr Komfort sorgen.
Beim Antrieb bleibt der California vielseitig. Neben TDI-Diesel und TSI-Benziner ist weiterhin der Plug-in-Hybrid eHybrid 4Motion erhältlich. Das System kombiniert einen TSI-Motor mit elektrischer Unterstützung, bringt es auf 180 kW (245 PS) Systemleistung und überträgt die Kraft über einen Allradantrieb.
Für Camper ist vor allem die Möglichkeit interessant, im regionalen Verkehr rein elektrisch unterwegs zu sein. Darüber hinaus kann der Plug-in-Hybrid die Standklimatisierung künftig bis zu acht Stunden betreiben – vorausgesetzt, die Batterie verfügt über ausreichend Energie. Damit nähert sich der California einer Nutzung an, bei der das Fahrzeug nicht nur Transportmittel, sondern auch Teil der mobilen Infrastruktur ist.
Sondermodell und Sportprogramm
Zum ersten Mal auf einer Messe zeigt VW außerdem den California Ocean „Generation“. Das exklusive Sondermodell richtet sich an Kunden, die beim Campingbus nicht nur auf Funktion, sondern auch auf eine besondere Anmutung Wert legen. Spezielle Sitzbezüge, exklusive Interieurdetails, markante Leichtmetallräder und eine optionale Bi-Color-Lackierung sollen den Ocean eigenständiger erscheinen lassen.
Für einen deutlich dynamischeren Auftritt sorgt das neue Aero-Kit, das in Zusammenarbeit mit ABT Sportsline entsteht. Frontspoiler, Lufteinlassblenden, Seitenleisten, Heckschürzenaufsatz und 20-Zoll-Leichtmetallräder im „Halo“-Design verleihen dem Campervan eine sportliche Note. Am Grundprinzip ändert sich dabei nichts: Der California soll trotz der optischen Aufrüstung seine Camping- und Alltagstauglichkeit behalten. Das Aero-Kit wird zudem für den Multivan angeboten. Volkswagen Nutzfahrzeuge erweitert damit sein Angebot für Kunden, die ihrem Freizeitfahrzeug einen individuelleren und sportlicheren Charakter geben möchten.
250.000 Mal California
Während die Marke in Düsseldorf ihre elektrische Zukunft skizziert, blickt sie in Hannover auf einen wichtigen Meilenstein zurück. Im Juli wurde der 250.000ste California aus dortiger Produktion an einen Kunden übergeben. Seit 2004 wird der California in Hannover gefertigt. Mit der fünften Generation der T-Baureihe übernahm VW Nutzfahrzeuge ab 2003 die eigenständige Produktion des Modells. Der Jubiläumskunde aus München übernahm im Kunden Center einen California Coast – und startete anschließend direkt zur ersten Reise in die Schweiz.
Die Zahl markiert mehr als ein Produktionsjubiläum. Sie steht für die außergewöhnliche Dauerhaftigkeit eines Konzepts, das Campingbus, Familienauto und Reisemobil miteinander verbindet. Volkswagen Nutzfahrzeuge ist nach eigenen Angaben der einzige Fahrzeughersteller, der eine vollständige Reisemobilfamilie selbst entwickelt und in eigenen Werken fertigt.
Von klein zu groß
Den Einstieg in VW-Reisewelt bildet der Caddy California. Der kompakte Microcamper bleibt im Alltag handlich und ermöglicht zugleich spontane Übernachtungen. Ein ausklappbares Bett, Verdunkelungselemente, Belüftungsmöglichkeiten und verschiedene Stauraumlösungen gehören zum Konzept. Auf Wunsch kommt eine Miniküche im Heck hinzu. Herausziehbare Module, eine Gaskochstelle und eine Ablagefläche erweitern die Möglichkeiten für kurze Aufenthalte. Campingmöbel für den Einsatz im Freien ergänzen das Angebot. Der Caddy California richtet sich damit vor allem an aktive Nutzer, die ohne großen organisatorischen Aufwand aufbrechen möchten.
Am anderen Ende der Familie steht der Grand California auf Crafter-Basis. Als größtes Modell bietet er den Komfort eines vollwertigen Reisemobils: festen Schlafbereich, Küche, Nasszelle mit Dusche und WC sowie einen Wohn- und Essbereich. Der Grand California 600 ist rund sechs Meter lang und verfügt über ein Querbett im Heck. Optional ist ein Hochbett erhältlich. Im Grand California 680 sind die Betten längs angeordnet, was einen besonders großzügigen Schlafbereich ermöglicht. Zum Modelljahr 2027 kommen unter anderem optionale Lithium-Eisenphosphat-Batterien, ein Solarpaket für längere autarke Standzeiten sowie zusätzliche Assistenz- und Digitalfunktionen hinzu. (aum)
Veröffentlicht am 20.08.2026
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