Car Design Event 2026: Lange Haube meets Harlekin
Ein brillant leuchtendes Highlight war die Präsentation aus dem Edag-Lichtlabor. Dort wurde bereits vor Jahren erkannt, dass im Fahrzeugbau die Außenbeleuchtung zunehmend an Bedeutung gewinnen würde. Moderne Fahrzeuge nutzen dabei sowohl dekorative Lichtelemente als auch neuartige Signalleuchten, die sich häufig über die gesamte Fahrzeugbreite erstrecken.
Konventionelle Mess- und Prüfeinrichtungen stoßen bei solchen breit ausgelegten Lichtsystemen an ihre Grenzen, weshalb spezialisierte Lichtlabore neue Prüfansätze entwickeln. Rechtliche Anpassungen in verschiedenen Absatzmärkten haben den Spielraum für Lichtdesigns erweitert, was von Herstellern intensiv genutzt wird.
Das neuartige Phosphor-Lichtmodul von Edag setzt Akzente: Zum Einsatz kommen unter anderem interaktive Signalanzeigen mit dynamischen Lichtabläufen, Begrüßungs- und Verabschiedungssequenzen sowie durchgehende Heckleuchten über die Fahrzeugbreite. Gleichzeitig dient Außenlicht zunehmend der Markeninszenierung, etwa durch großflächig hinterleuchtete Kühlergrills oder dekorative Ambientebeleuchtung, die sowohl Bestandskunden anspricht als auch die Markenidentität im Straßenbild schärfen soll.
Novus, lateinisch für neuartig, heißt ein futuristisches Elektrobike, dessen Fokus auf Design und Leichtbau liegt. Gerade einmal 108 Kilogramm wiegt das elektrische Leichtkraftrad mit Monocoque-Carbon-Rahmen. Die Reichweite beträgt maximal 150 km, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 125 km/h elektronisch abgeregelt. Zum Marktstart gibt es zwei limitierte Editionen, die Boss-Edition (100 Stück) kostet j32.450 Euro, die Founders-Edition (500 Stück) ab 25.850 Euro. Ein echtes Highlight: Das in die Kohlefaser-Struktur eingewobene Boss-Logo.
Wer nicht immer nur nach vorn schauen möchte, sondern auch gern mal den Rückspiegel nutzt, sollte einmal bei Gentex vorbeischauen. Dessen Rückspiegel revolutioniert das Blickfeld, ein smarter digitaler Spiegel, der Blindflecken in ein Panoramabild verwandelt. Eine hochauflösende Kamera mit Full-HD-Display zeigt den gesamten Rückraum, selbst bei verdunkelten Scheiben oder mit Anhängern im Schlepptau. Automatische Helligkeitsanpassung, Kontrastverstärkung und Echtzeit-Überlagerungen machen Nächte und Schlechtwetter zum Kinderspiel. Integrierte Warnsysteme für Querverkehr oder Annäherung blinken direkt im Bild auf, während Augmented-Reality-Elemente wie Spurhilfen die Sicherheit erhöhen. Robust, vibrationsresistent und nahtlos in jedes Armaturenbrett integriert: Damit macht Gentex den Rückspiegel zur futuristischen High-Tech-Waffe gegen Unfälle.
Auch Korea kam nach München. Genesis brachte eine Europapremiere zum CDE: Der X Gran Equator Concept inszeniert sich als skulpturale Studie zwischen Gran Turismo und Luxus-Coupé. Die lange Motorhaube, das kraftvoll gespannte Heck und die markante Lichtsignatur verleihen ihm eine fast nautische Eleganz, als wäre er für interkontinentale Reisen gedacht. Im Innenraum trifft reduzierte Architektur auf hochwertige Materialien, die wie eine Lounge um den Fahrer gelegt sind. Digitale Displays verschmelzen fließend mit analogen Bedienelementen und erzeugen eine Atmosphäre moderner Handwerkskunst. Der X Gran Equator wirkt weniger wie ein reines Showcar, sondern wie ein Blick in eine nahe Zukunft, in der Elektromobilität, Performance und Luxus selbstverständlich zusammengehören.
Eine noch längere Motorhaube, nämlich die längste des Events, präsentierte Mercedes-Benz, ebenfalls als Europapremiere. Der Vision Iconic wirkt ebenfalls wie eine automobile Skulptur aus der Zukunft, Man fühlt sich an den Maybach Exelero erinnert, der seinerzeit als neuer Dienstwagen von Batman tituliert wurde. Klare Flächen, scharf gezeichnete Linien und eine Lichtsignatur, die das Fahrzeug wie einen leuchtenden Monolithen erscheinen lässt. Die gestreckte Silhouette verbindet die Eleganz einer Luxuslimousine mit einer Präsenz, die einem SUV überlegen ist. Im Inneren empfängt eine lichtdurchflutete Lounge mit großflächigen Displays, nachhaltigen Materialien und intuitiver Bedienung, welche die klassische Cockpitlogik auflöst. Autonomes Fahren wird hier als Erlebnisraum gedacht, der Vision Iconic ist weniger Fortbewegungsmittel als mobile Designikone. Er zeigt, wie Mercedes künftigen Luxus versteht: Elektrisch, intelligent und eindrucksvoll inszeniert. Bleibt zu hoffen, dass der neue Chefdesigner Bastian Baudy diese Steilvorlage seines Vorgängers Gorden Wagener aufnimmt.
Außen Harlekin, innen die Zukunft aus Wolfsburg: Beim Car Design Event 2026 stand ein bunt beklebtes Vorserienmodell des Volkswagen ID Polo. Der Innenraum fühlt sich an wie der Sprung in eine andere Fahrzeugklasse. Statt klassischem Kleinwagen-Flair dominiert eine luftige, aufgeräumte Architektur mit breitem Displayband und schwebender Mittelkonsole. Ein minimalistisches Lenkrad, intelligente Touchflächen und ein hochauflösendes Zentraldisplay machen den Cockpitbereich zum digitalen Steuerzentrum. Die Ambientebeleuchtung inszeniert Türen und Armaturenbrett wie eine Bühne, während nachhaltige Stoffe und Rezyklat-Oberflächen für ein bewusst modernes Ambiente sorgen. Clevere Stauraumlösungen und ein überraschend großzügiges Raumgefühl unterstreichen den Alltagsnutzen. So wirkt der ID Polo innen wie ein kompaktes Urban-Lounge-Studio, vernetzt, elektrisch gedacht und deutlich erwachsener als sein Name vermuten lässt. Schönes Gimmick: Die Instrumentierung, die auf einen 80er-Jahre-Look umgeschaltet werden kann.
Auch die Volkswagen-Tochter Skoda arbeitet viel mit Design. Die Studie Vision O verkörpert einen urbanen Alleskönner. Ein kompaktes SUV-Konzept mit kantigem, selbstbewusstem Design, das Praktikabilität mit moderner Elektroästhetik verbindet. Die klare Linienführung, markante LED-Lichtbänder und eine höhere Sitzposition strahlen Robustheit aus, während das geräumige Interieur mit nachhaltigen Materialien und einem schwebenden Digitalcockpit überzeugt. Ein flexibles Raumkonzept macht den Wagen zum Familienhelden der Zukunft. Unter der Haube: ein effizienter Elektroantrieb mit Reichweite für den Alltag. Der Vision O zeigt, wie Skoda Komfort, Technik und Preis-Leistung in einer neuen Dimension vereint, bereit für die Straßen von morgen.
Lamborghini-Chefdesigner Mitja Borkert kam direkt aus dem Centro Stile in Sant’Agata Bolognese. Mit im Gepäck der Lamborghini Manifesto, ein hybrides Hyper-Konzept, das die DNA des italienischen Supercar-Bauhauses mit futuristischer Brutalität vereint. Aggressiv geschwungene Linien, eine tiefliegende Silhouette und eine Lichtsignatur wie geschmolzene Lava strahlen rohe Kraft aus. Daneben der Fenomeno: Mit einem Cockpit aus Kohlefaser, Alcantara und digitaler Dominanz, mit einem Y-förmigen Lenkrad und Hologramm-Displays, die den Fahrer in eine High-Tech-Battle-Arena tauchen. Unter der Haube brüllt ein V12-Hybrid mit über 1000 PS, der 0-100 in unter drei Sekunden schafft.
Und das war noch nicht alles: Kia zeigte den EV2 als freche Design-Alternative in der Kompaktklasse, die US-Marke Slate kam mit einer weiteren Evolution des Elektro-Pick-ups, der noch heuer in den USA auf den Markt kommt, Hyundai brachte die seriennahe Ioniq-3-Studie, und Pagani schlug die Brücke vom Straßenauto zum Kundensport. Von UE Studios gab es die Studie SUE zu sehen, ein ungemein einfallsreiches Konzept für den öffentlichen Nahverkehr; Norton Bikes brachte zwei Superbikes, und Alpine kam mit dem spektakulären Alpenglow Concept. Kein Wunder, dass sich Prominenz sehen ließ - unter anderem Audi-Chefdesigner Massimo Fraschella, Fabrizio Giugiaro und Walter de Silva. (aum)
Veröffentlicht am 11.03.2026
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