„Das Fahrrad ist führend bei der Elektromobilität“
Gleichwohl bleibt die Marktaufteilung bei den insgesamt 3,8 Millionen verkauften Rädern (minus 3,9 Prozent) gegenüber den beiden Vorjahren unverändert: 53 Prozent der Käufer griffen auch 2025 zum hybriden E-Bike, 47 Prozent wählten das klassische Fahrrad ohne Tretunterstützung. Nach wie vor geht der Branchenverband aber davon aus, dass sich das Verhältnis in Zukunft noch weiter zugunsten des Pedelecs verschieben wird. So gut wie keine Rolle spielen dabei die versicherungspflichtigen S-Pedelecs, deren Motorunterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h aktiv ist. Sie machten im vergangenen Jahr lediglich 0,3 Prozent der verkauften Fahrräder aus.
Die Beliebtheitsskala führen nach wie vor Trekkingräder und Mountainbikes an, auf die etwas mehr als die Hälfte aller Verkäufe entfallen. Interessant ist, dass dabei das einst verpönte e-MTB nach wie vor mit einem Anteil von 38 Prozent das wichtigste Marktsegment bei den Pedelecs bildet. Lastenräder machten sechs Prozent des gesamten Fahrradabsatzes aus. Eine stärkere Zurückhaltung der Kunden wurde lediglich bei den Fahrradanhängern ausgemacht. Ihre Verkaufszahlen gingen von 200.000 (2023) über 182.000 (2024) auf 149.500 Stück zurück. Für den ZIV zeigen sich lediglich hier Auswirkungen der „Konsumkrise“, denn am ehesten werde bei einer Neuanschaffung im Zweiradbereich auf sie verzichtet. Gleichwohl zeigt sich auch hier ein Trend: Hundeanhänger werden beliebter.
Der Umsatz des Handels lag mit 5,85 Milliarden Euro knapp acht Prozent unter dem des Vorjahres. Das lag sowohl an den etwas geringeren Stückzahlen als auch an den gesunkenen Durchschnittspreisen. Im Schnitt zahlten Käufer mit 1581 Euro knapp 65 Euro weniger für ein Fahrrad, da vor allem die Preise für E-Bikes leicht nachgaben. Dennoch bewegt sich der Umsatz weiterhin über dem Vor-Corona-Niveau.
Stabil zeigt sich das Fahrradgeschäft auch in anderer Hinsicht. Zwei Drittel aller Verkäufe laufen über den stationären Handel vor Ort, knapp ein Viertel wird online abgesetzt, darunter sind zunehmend ebenfalls die örtlichen Fachgeschäfte. Über die Hälfte der Modelle stammt aus EU-Produktion, rund 42 Prozent aus Asien mit Bangladesch und Kambodscha als führenden Herstellerländern. Der Export deutscher Fahrradproduzenten stieg um rund 140.000 Einheiten und betrug 1,39 Millionen Fahrräder. Größte Abnehmerländer sind die Niederlande, Österreich und Polen sowie Frankreich.
Das Dienstradleasing blieb mit einem Umsatz von 2,8 Milliarden Euro stabil. Hier entwickelt sich das Refurbishment-Geschäft mit Leasingrückläufern weiterhin stark. Der Markt für aufbereitete hochwertige Fahrräder wächst, Angebot und Nachfrage decken sich, so Wasilis von Rauch vom Wirtschaftsverband Zukunft Fahrrad. 60 Prozent der Käufer nannten den Preis als wichtigstes Kaufkriterium, für über 40 Prozent war aber auch die Beratung und die Möglichkeit einer Testfahrt wichtig.
Etwas Essig in den Wein musste lediglich Uwe Wöll gießen. Der Geschäftsführer des Verbands Service und Fahrrad verwies auf einen Umsatzrückgang bei den Mitgliedsbetrieben von 6,8 Prozent. „Das hat wehgetan“, sagte er vor allem mit Blick auf einzelne stärker betroffene Betriebe. Die Delle nach dem Boom sei aber erwartbar gewesen und das Umsatzniveau in Summe nach wie vor hoch. Auch die Lagerbestände dürften sich im ersten Halbjahr dieses Jahres normalisieren.
Auch wenn es in deutschen Haushalten mittlerweile knapp 91 Millionen Fahrräder und E-Bikes gibt, fühlen sich nach wie vor viele Nutzer im Straßenverkehr nicht sicher. Der ZIV empfiehlt allen Radfahrern zumindest das Tragen eines Schutzhelms, spricht sich aber gegen eine Helmpflicht aus. Das könnte dem einen oder anderen das Radfahren wieder verleiden, befürchtet nicht nur VFS-Geschäftsführer Uwe Wöll. (aum)
Veröffentlicht am 11.03.2026
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