2020-11-27 09:56:00 Automobile

Formel E: Audi startet im FE07 erstmals mit eigenem Antrieb

Für die kommende Formel E-Saison hat Audi seinen neuen Rennwagen präsentiert. Der Audi e-Tron FE07 erhält einen komplett neuen Antriebsstrang, der zum ersten Mal hausintern entwickelt wurde und leichter effizienter ist.

Wenn im Januar 2021 die Formel E in ihre siebte Saison geht, ändert sich einiges. Die Elektro-Rennserie wird zum ersten Mal als offizielle Weltmeisterschaft gewertet und nicht wie bisher nur als einfache Meisterschaft. Außerdem beginnt die Formel E erst Anfang 2021 und startet nicht wie gewohnt schon früher vor dem Jahreswechsel. Audi gibt vorab schon erste Details zu seinem überarbeiteten E-Boliden e-Tron FE07 bekannt.

Das Besondere: Der komplette Antrieb stammt zum ersten Mal von der hauseigenen Sportabteilung. Bisher kam die Motor-Generator-Unit (MGU) vom Technologiepartner Schaeffler, der weiterhin das Team tatkräftig unterstützen wird. Bei der Entwicklung der neuen Antriebseinheit stand mehr Effizienz auf dem Programm. Sie entscheidet schließlich in der Formel E zusammen mit dem Fahrer über Sieg oder Niederlage beim Kampf um die WM-Krone. Daher konstruierte die Mannschaft rund um Stefan Aicher, Leiter der Entwicklung E-Antrieb bei Audi Sport, die MGU von Grund auf neu.

Das Ergebnis klingt vielversprechend. Die Gesamteffizienz der neuen Einheit, die Audi MGU05 nennt, liegt nun mehr bei 95 Prozent, in allen relevanten Fahrzuständen sogar bei über 97 Prozent. Außerdem kam bei der MGU-Unit, die aus Elektromotor, Ein-Gang-Getriebe sowie Inverter besteht, mehr Leichtbau zum Einsatz. Daher konnte in Verbindung mit einer intelligenten Fahrzeug-Integration wesentlich mehr Gewicht eingespart werden. Die gesamte MGU-Inverter-Einheit soll unter 35 Kilogramm wiegen. „Das war eine außergewöhnliche Teamleistung“, betont Aicher stolz.

Optisch erhält der von René Rast und Lucas de Grassi pilotierte Audi e-Tron FE07 außerdem ein neues Design bei dem leuchtendes Orange und Grün dominieren. Er beschleunigt in nur 2,8 Sekunden auf 100 km/h und ist maximal 240 km/h schnell. Seine ersten Testrunden dreht der Formel-E-Audi morgen zusammen mit den E-Boliden der anderen Formel E-Teams auf dem „Circuit Ricardo Tormo“ in Valencia. Anschließend reist die Truppe nach Südamerika, wo am 16. Januar der Saisonauftakt in Santiago de Chile stattfindet.

Auch die Leistung der Elektroboliden ist begrenzt. Im Qualifying beträgt sie 340 PS (250 kW), im Rennen sind es dagegen 272 PS (200 kW). Für spannende Überholmanöver gibt es einen Attack-Mode, bei dem 320 PS (235 kW) bereitstehen. Darüber hinaus können die Fans während des Rennens für ihren Lieblings-Fahrer voten. Im sogenannten Fan-Boost stehen dem Piloten dann kurzfristig die 340 PS aus dem Qualifying zur Verfügung.
Das Einheits-Karbon-Chassis von SRT (Spark Racing Technology) und die Einheitsbatterien, die McLaren zuliefert, dürfen die zwölf Teams aus Kostengründen nicht verändern. Lediglich den Antriebsstrang und die Hinterradaufhängung entwickeln die Formel E-Hersteller in Eigenregie.

Ausgetragen wird die weltweite Rennserie auf Stadtkursen in Doppel-Läufen (Double Header). Eine Besonderheit betrifft die Double Header in Saudi-Arabien. Hier trägt die Formel E in ihrer siebenjährigen Geschichte ihr erstes Nachtrennen aus. Beim Diriyah E-Prix wird im Februar die gesamte Strecke mit LED-Licht geflutet, deren Energie ausschließlich aus erneuerbaren Quellen stammen soll. So finden die beiden Rennen – trotz Beleuchtung – klimaneutral statt. (ampnet/gb)

Veröffentlicht am 27.11.2020

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Fotos: Auto-Medienportal.Net/Audi
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