Ladeinfrastruktur: Die EU muss aufs Tempo drücken
„Je mehr öffentliche Ladepunkte es gibt, desto attraktiver ist es für den Verbraucher, auf Elektroantrieb umzusteigen“, betont VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Von einer europaweiten Ladeinfrastruktur könne derzeit noch nicht die Rede sein, und der flächendeckende Ausbau liege in weiter Ferne. „Wenn die EU-Kommission überlegt, Neuwagen künftig nur noch mit Elektroantrieb zuzulassen, muss sie für ein flächendeckendes Ladenetz überall in Europa sorgen. Hierzu muss die EU-Kommission jetzt für alle Staaten verbindliche Ausbauziele festlegen“, so Müller. „Dazu gehören Ladepunkte am Wohnort, am Arbeitsplatz, im Handel und auf öffentlichen Straßen, die alle mit 100 Prozent Ökostrom versorgt sein müssen. Wenn weder genug Ladepunkte noch ausreichend Ökostrom für den Individualverkehr zur Verfügung stehen, wird die Transformation zur Klimaneutralität nicht gelingen. Eine solche Fehlplanung seitens der EU-Kommission würde sehr viele Arbeitsplätze in vielen Ländern Europas kosten und die Freiheit der Mobilität für die Bürger erheblich einschränken."
Im europäischen Mittel kommt ein Ladepunkt auf 887 Pkw. In den Niederlanden sind es 109 Autos (82.263 Ladepunkten auf 8.938.572 zugelassene Pkw). Auf Platz 2 liegt Norwegen mit 147 Pkw pro Ladepunkt. Insgesamt sind in Norwegen 19.119 Ladepunkte registriert und 2.816.038 Pkw zugelassen. Platz drei geht an Schweden mit 353 Pkw pro Ladepunkt. Deutschland liegt mit 1014 Autos pro Ladepunkt noch unterhalb des Durchschnitts und belegt im Ländervergleich den zwölften Platz.
Als Ladepunkt ist der Anschluss für jeweils ein E-Auto definiert. Die Reihenfolge im Einzelnen: Niederlande, Norwegen, Schweden, Luxemburg, Belgien, Island, Schweiz, Österreich, Frankreich, Dänemark, Finnland, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Slowenien, Portugal, Irland, Ungarn, Slowakei, Estland, Kroatien, Italien, Lettland, Spanien, Malta, Tschechien, Polen, Bulgarien, Zypern, Litauen, Rumänien und Griechenland. (ampnet/jri)
Veröffentlicht am 28.06.2021
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