2026-09-13 14:46:00 Automobile

Methanol als Rohstoff für nachhaltigen Flugkraftstoff qualifiziert

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Fotos: via Autoren-Union Mobilität

Rund 350 Milliarden Liter Treibstoff verbrauchen die weltweit mehr als 23.000 Großflugzeuge im Jahr und emittieren etwa drei Prozent der menschgemachten CO2-Emissionen. Insbesondere für Langstreckenflüge über 4000 Kilometer gibt es bislang keine Alternative zu flüssigen Kraftstoffen, da nur diese eine ausreichend hohe Energiedichte bereitstellen. Bei der Entwicklung nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF) ist jedoch jetzt ein wichtiger Meilenstein erreicht worden.

Die internationale Standardisierungsorganisation ASTM hat Methanol als zulässigen Rohstoff für den Alcohol-to-Jet-Herstellungspfad anerkannt. Damit können künftig Komponenten hergestellt und mit mindestens 50 Volumenprozent konventionellem Kerosin zu Kraftstoff gemischt werden. Dieser ist mit dem bisherigen Treibstoff vollständig kompatibel und kann ohne Änderungen an Flugzeugen, Triebwerken oder der bestehenden Infrastruktur eingesetzt werden.

Ein effizienter Herstellungsprozess für nachhaltigen Flugkraftstoff auf Basis von Methanol wäre ein weiterer technologischer Baustein für die Defossilisierung der Luftfahrt. Bei der Herstellung von nachhaltigem Methanol aus biogenen Quellen oder aus Wasserstoff und abgeschiedenem CO₂, wird dieses Methanol in kurzkettige Olefine umgewandelt, wobei Wasser als Nebenprodukt den Sauerstoff aus dem Prozess entfernt. Die kurzkettigen Olefine werden anschließend in einer Oligomerisierung zu langkettigen Olefinen zusammengeführt, sodass ein bei Raumtemperatur flüssiges Produktgemisch entsteht.

Durch Hydrierung mit Wasserstoff werden die Olefine in stabile Paraffine umgewandelt. Das Ergebnis ist ein Kraftstoffgemisch, das die den hohen Anforderungen der Luftfahrt erfüllt. „In diesem Projekt entwickeln wir gemeinsam mit unseren Partnern ein innovatives Verfahren, das durch maßgeschneiderte Katalysatoren und prozessinterne Rückführungen von Stoffströmen und Wärme eine kohlenstoffbasierte SAF-Ausbeute von über 85 Gewichtsprozent anstrebt. Mit dem erfolgreichen Abschluss des ASTM-Qualifizierungsverfahrens ist nun eine der größten Hürden für die Demonstration und Skalierung überwunden“, erklärt Elias Frei, Bereichsleiter Wasserstofftechnologien am Fraunhofer ISE. Das Marktpotenzial für diese Technologie ist enorm: Allein für den europäischen Flugverkehr ergeben sich Einsparungen bei fossilen Brennstoffen von rund 40 Millionen Tonnen im Jahr 2050. (aum)

Veröffentlicht am 13.09.2026

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