2026-04-16 14:20:00 Automobile

Volkswagen macht E-Autos zum Stromspeicher

Carzoom.de
Fotos: Volkswagen via Autoren-Union Mobilität

Volkswagen und die hauseigene Energiemarke Elli wollen Elektroautos in Deutschland künftig ins Stromnetz einbinden. Elli bietet bereits in Europa ein breites Portfolio an Energie- und Ladelösungen und ist zudem als Mobility Service Provider aktiv.

Volkswagen treibt das bidirektionale Laden weiter voran und bereitet gemeinsam mit Elli den Marktstart eines vollständig integrierten Vehicle-to-Grid-Angebots vor. Damit sollen Elektroautos künftig nicht nur Energie aufnehmen, sondern bei Bedarf auch Strom ins Netz zurückspeisen und so zu einem flexiblen Baustein im Energiesystem werden. Ab dem vierten Quartal soll ein integriertes Vehicle-to-Grid-Angebot für Privatkunden starten. Eine Vorregistrierung ist bereits ab Juni 2026 geplant. Elli bietet bereits in Europa ein breites Portfolio an Energie- und Ladelösungen und ist zudem als Mobility Service Provider aktiv.

Das Paket richtet sich zunächst an Volkswagen-Kunden in Deutschland. Zum Angebot gehören laut Hersteller ein E-Fahrzeug, eine App, ein dynamischer Stromtarif, ein Smart Meter, eine bidirektionale Wallbox sowie die Installation. Die Installation des Smart-Meters soll ab sofort möglich sein. Für die Nutzer verspricht Volkswagen sinkende Mobilitätskosten und perspektivisch sogar zusätzliche Einnahmen. Im besten Fall wird das jährliche Potenzial im Markt auf insgesamt 700 bis 900 Euro geschätzt. Die Vergütung soll unabhängig vom tatsächlichen Handelserfolg erfolgen und richtet sich nach der gewählten Ladeflexibilität.

Technisch basiert das Angebot auf der MEB-Plattform. Volkswagen erklärt, dass bereits rund eine Million Fahrzeuge in Europa für bidirektionales Laden vorbereitet sind und die bestehende ID.-Familie seit 2023 „bidi-ready“ ist. Elli übernimmt eine Schlüsselrolle als Schnittstelle zwischen Fahrzeug, Kundschaft und Energiemarkt. Das Unternehmen möchte Stromtarif, Wallbox, App-Steuerung, Aggregation der Batterien sowie den Zugang zu Energiemärkten in einem Modell bündeln, um ein sogenanntes „Managed Battery Network“ aufzubauen.

Für Volkswagen ist V2G mehr als nur ein neues Ladeprodukt. Der Konzern positioniert die Funktion als nächstes Element eines umfassenden Energie-Ökosystems rund ums Elektroauto und als Beitrag zur Energiewende in Deutschland. Für Kunden klingt das attraktiv, da das Auto damit zum aktiven Bestandteil des Strommarkts wird. In der Regel erhalten sie ihr Smart Meter binnen acht bis zehn Wochen und können den V2G-Tarif nach der anschließenden Konfiguration nutzen. Ausschlaggebend wird jedoch sein, wie schnell sich die erforderliche Infrastruktur aus Smart Meter, Wallbox und Netzanbindung in der Praxis ausrollen lässt. (aum)

Veröffentlicht am 16.04.2026

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