2020-09-08 23:11:00 Automobile

Vorstellung VW Golf Variant / Alltrack: Kombinierer für eine Minderheit

Volkswagen schließt die Lücken in der neuen Golf-Baureihe. Nach Grundmodell, GTI und den Plug-in-Modellen GTE und e-Hybrid schieben die Wolfsburger noch im letzten Quartal des Jahres die Kombi-Versionen Variant und Alltrack nach. Gut 35 Zentimeter länger als das Schrägheck überragen die vielseitigen Praktiker der Baureihe ihre Vorgänger in Länge und Radstand um kaum mehr als eine Handbreite. Dennoch räumen sie mehr Platz auf der Rückbank und im Kofferraum ein. Ein größere Rolle auf dem Golf-Platz werden sie deshalb aber wohl nicht spielen.

Denn ganz im Gegensatz zum großen Bruder Passat Variant kommen die Kombi-Versionen der Wolfsburger Ikone gerade mal auf rund 20 Prozent Anteil am Gesamtabsatz der Golf-Baureihe. Sportsvan und Tiguan erfüllen die Transportbedürfnisse in der Kompaktklasse offenbar ebenso gut und schnappen dem Golf Variant die Kunden weg. Dennoch halten die Wolfsburger unverdrossen an der Rucksack-Version fest. Schon allein, um nicht den Technik-Klonen Skoda Octavia Combi und Seat Leon ST das Feld zu überlassen, bei denen die Kombis einen weitaus höheren Verkaufsanteil stellen.

Ähnlich wie die Konzern-Kollegen haben die neuen Golf-Kombis ihren Nutzfahrzeugcharakter optisch gut kaschiert. Bis zur Mitte noch identisch geformt und gestylt wie das Schrägheckmodell, steigt die Schulterpartie ab der B-Säule leicht an, während die Dachlinie nach hinten in einem Dachspoiler abfällt. Ein coupéartig schräg gestellte Heckscheibe unterstützt den sportlichen Touch, ebenso wie die neuen Proportionen. Durch die um 66 Millimeter auf nun 4,63 Meter gestreckte Karosserie und den um dasselbe Maß auf 2,69 Meter vergrößerten Radstand wirkt der Golf Variant nun optisch etwas flacher. Die Alltrack-Variante unterscheidet sich erneut durch eine erhöhte Bodenfreiheit, schwarz gerandete Radausschnitte und Seitenschweller sowie spezifische Stoßfänger mit integrierten Zehn-Punkt-LED-Nebelscheinwerfern wie in den GT-Modellen.

Bequemes Räkeln auf den Rücksitzen

Das Plus an Außenlänge und Radstand kommt vollständig dem Innenraum zugute. Vor allem im Fond wird das spürbar. Der maximale Beinraum wächst von 903 auf 941 Millimeter, was bei der Sitzprobe ein bequemes Räkeln auf den Rücksitzen ermöglicht. Nicht ganz so üppig wie erwartet wuchs der Gepäckraum. Bis zur Oberkante der Rücksitzlehne stehen nun 611 Liter zur Verfügung, sechs Liter mehr als bisher. Werden diese umgeklappt steigt das Volumen bei dachhoher Beladung immerhin um 22 auf 1642 Liter. Neben einer integrierten Netztrennwand ist der beleuchtete Kofferraum mit Taschenhaken und Verzurrösen ausgestattet. Optional findet sich in der rechten Seitenverkeidung eine 12- und 230-Volt-Steckdose sowie die Betätigung der elektrisch aus- und einklappbaren Anhängerkupplung. Ebenso gegen Aufpreis kann die Heckklappe elektrisch und per Fußschwenk geöffnet werden.

Für den Golf Variant stehen selbstverständlich die gleichen Motoren und Technikfeatures wie für die Schrägheck-Versionen bereit. Darunter die e-TSI mit Mild-Hybridantrieb und 7-Gang-DSG inklusive Startergenerator und 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie. Aber auch die Plug-in-Hybride werden diesmal, anders als beim Vorgänger, im Golf Kombi Dienst tun. Genauso wie die neuen TDI-Motoren, die mit zwei SCR-Katalysatoren und zweifacher Adblue-Einspritzung („Twindosing“) die Stickoxid-Emissionen (NOx) deutlich senken sollen.

Üppige Grundausstattung

Auch die Ausstattungsmatrix übernimmt der Golf Variant vom Basismodell. Oberhalb der Grundversion, die sich schlicht „Golf“ nennt, folgen künftig die Linien „Life“, „Style“ und „R-Line“. Serienmäßig immer an Bord sind ein neues Multifunktionslenkrad, Klimaautomatik, schlüsselloses Startsystem, Bluetooth-Telefonschnittstelle, Komfortsitze sowie LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten inklusive automatischer Fahrlichtschaltung. Ein Spurhalteassistent, ein Umfeldbeobachtungssystem mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, der neue Abbiegeassistent sowie ein Müdigkeitswarner sind ebenso Standard wie eine elektronische Differenzialsperre, das „Digital Cockpit Pro“ (digitale Instrumente) und Online- Infotainmentsystem „Composition“ mit 8,25-Zoll-Touchscreen, mit dem Online-Dienste und -Funktionen von „We Connect“ und „We Connect Plus“ abgerufen werden können.

Auch im Golf Variant übernehmen die inzwischen viel kritisierten digitalen Touchflächen, -slider und -screens die Funktion der klassischen Tasten und analogen Anzeigen. Optional projiziert ein Head-up-Display Fahr- und Navigationsinfos in die Windschutzscheibe. Auf der Langstrecke steigert das über den nahezu gesamten Geschwindigkeitsbereich aktive Assistenzsystem „Travel Assist“ den Komfort, der neue Abbiegeassistent und das ebenfalls neue Car-2-X-Warnsystem verbessern die Sicherheit. Gegen Aufpreis machen zudem, erstmals in einem Golf Variant, LED-Matrixscheinwerfer die Nacht zum Tage.

Alltrack mit Allrad

Ebenso können viele Technologien auch nachträglich freigeschaltet werden. So lassen sich unter anderem der automatische Abstandshalter und Fernlichtassistent, die Navigationsfunktion und Integration von Smartphone-Apps, ein WLAN-Hotspot und die natürliche Sprachbedienung noch nach dem Kauf des Fahrzeugs aktivieren.

Zeitgleich mit dem Variant startet als eigenständiges Modell diesmal auch die Alltrack-Version im SUV-Style mit erhöhter Bodenfreiheit und serienmäßigem Allradantrieb. Damit meistert er leichtes Gelände und nimmt auch mal die Abkürzung über die feuchte Wiese. Zudem zieht er (je nach Motor) bis zu zwei Tonnen Anhängelast am Haken, macht sich aber ebenso gut als individuelles Lifestyle-Modell. (ampnet/fw)

Veröffentlicht am 08.09.2020

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Fotos: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen
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