Winterreifen für Fahrräder lohnen sich
Winterreifen für Autos sind etabliert, auch gesetzlich erfordert die „situative Winterreifenpflicht“ bei Schnee und Eis eine entsprechende Ausrüstung für Pkw. Für Fahrräder ist das nicht notwendig, aber unbedingt ratsam, wie ADAC und TCS meinen. Die untersuchten Winterreifen Schwalbe Marathon GT 365, Continental Top Contact Winter, Michelin Star Grip und Nokian Rollspeed W mit ihren weicheren Gummimischungen und angepassten Profilen unterscheiden sich nicht wesentlich untereinander, haften jedoch alle deutlich besser als der Vergleichs-Sommerreifen (Schwalbe Marathon). Auch die Bremswege auf Schnee sind im Schnitt um 16 Prozent kürzer als mit dem Sommerreifen, auf eisglatter Fahrbahn können jedoch nur Spikes wirklich Sicherheit bieten. Allerdings sind diese auf Asphalt unangenehm zu fahren und nur da zu empfehlen, wo im Winter die Straßen nicht geräumt werden und man tatsächlich zumeist auf Schnee unterwegs ist.
Um für alle Beläge im Winter optimal gerüstet zu sein, bietet der Retyre aus Skandinavien eine besondere Lösung: Hier wird über einen Basis-Sommerreifen bei Bedarf eine zweite Haut mit Winterprofil und Spikes aufgezogen, und zwar ganz bequem mittels zweier seitlicher Reißverschlüsse. Der Reifen bietet durch seine Wandlungsfähigkeit auf allen Belägen optimale Voraussetzungen, so das Testurteil, und sticht deshalb aus den untersuchten anderen Spike-Reifen Schwalbe Marathon Winter Plus, Continental Contact Spike 240 und Kenda Klondike Skinny hervor.
Prinzipiell empfehlen die beiden Clubs, im Winter den Reifendruck auf etwa 2 bis 3 bar zu reduzieren, um durch die dann breitere Auflagenfläche mehr Haftung zu haben. Auch die Vorderbremse sollte nur wohl dosiert eingsetzt werden, vor allem wenn ohne Spikes gefahren wird. (aum)
Veröffentlicht am 30.11.2021
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