2026-08-04 09:31:00 Automobile

„Bei alternativen Kraftstoffen den Mittelstand nicht vergessen“

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Fotos: Autoren-Union Mobilität

Die EU-Kommission überprüft derzeit die Verordnung (EU) 2023/1804 über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR). Uniti, der Bundesverband Mittelstand Energie und Interessenvertretung von rund 75 Prozent aller deutschen Straßentankstellen, begrüßt die Anpassung, wünscht sich aber einen etwas anderen Schwerpunkt bei der Umsetzung. „Die Revision sollte jedoch nicht primär als Instrument zur Einführung zusätzlicher Ausbaupflichten genutzt werden, sondern vor allem als Chance, den bestehenden Ordnungsrahmen an entscheidenden Punkten zu verbessern“, heißt es.

Das Engagement der Unternehmen zur Defossilisierung des Verkehrssektors könnte noch größer sein, wenn die bestehende Regulierung nicht nur große Ladeparks und geschlossene Plattformmodelle begünstigen, sondern auch dezentrale, mittelständische Geschäftsmodelle berücksichtigen würde, sagte Uniti-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn. Dafür sei es notwendig, dass der EU-Gesetzgeber die konkrete Umsetzungsrealität mittelständischer Betreiber stärker berücksichtigt. Viele Mitgliedsunternehmen betrieben Standorte mit begrenzten Flächen, bestehenden Netzanschlüssen sowie gewachsener IT- und Payment-Infrastruktur. Sie trügen dabei hohe Investitionsrisiken. Jede zusätzliche Verpflichtung müsse daher daran gemessen werden, ob sie für Verbraucher tatsächlich einen Mehrwert schaffe und ob sie wirtschaftlich, technisch sowie zeitlich realisierbar sei.

So müssten Ausbauziele mit der realen Nachfrage, der Netz- und Flächenverfügbarkeit, dem Fahrzeughochlauf und der Refinanzierbarkeit zusammenpassen. Wo neue Anforderungen gesetzt werden, brauche es angemessene Übergangsfristen, technologieoffene Erfüllungsoptionen und die Möglichkeit, standortbezogene Besonderheiten zu berücksichtigen. Für die Uniti-Mitgliedsunternehmen ist zudem entscheidend, dass nicht allein die Zahl der Lade- oder Betankungspunkte betrachtet wird, sondern vor allem deren Nutzbarkeit im Alltag: verlässlicher Betrieb, transparente Preise, einfache Bezahlung, die Einbindung von Flotten- und Tankkartenlösungen, offener Datenzugang sowie faire Bedingungen beim Roaming, bei Konzessionen und beim Plattformzugang. „Eine entsprechend angepasste AFIR würde mittelständische Investoren stärker einbeziehen, anstatt sie wie bisher aus dem Markt zu drängen. Der Hochlauf der Elektromobilität und alternativer Kraftstoffe könnte damit beschleunigt werden“, so Elmar Kühn. (aum)

Veröffentlicht am 04.08.2026

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