Ratgeber: Sicher in die Motorradsaison starten
Nach dem ersten Aufsitzen sollten sich der Gasgriff rechts am Lenker leicht drehen und Kupplungs- sowie Bremshebel mit normalem Kraftaufwand bedienen lassen. Rasten die Gänge bei gezogener Kupplung leicht ein? Außerdem sollte an die mögliche bevorstehende Hauptuntersuchung gedacht werden.
Besonders wichtig ist ein Blick auf die Reifen. Stimmt der Druck in den Pneus noch nach Monaten des Stillstands? Ist das Profil ausreichend? Der Gesetzgeber schreibt mindestens 1,6 Millimeter vor. Die GTÜ empfiehlt als Grenze vier Millimeter, damit das Motorrad bei starkem Regen oder der Fahrt durch Pfützen nicht aufschwimmt. Genügend Profil ist nur ein Kriterium. Sind Risse im Gummi erkennbar oder andere äußere Beschädigungen? UV-Strahlen und Witterung lassen die Pneus altern, ein Wechsel ist alle fünf bis sechs Jahre sinnvoll.
Wichtig ist natürlich gerade wegen der schmalen Fahrzeugsilhouette die einwandfreie Funktion der Lichtanlage. Fern- und Bremslicht sowie Blinker sollten vor der ersten Ausfahrt
auf jeden Fall noch einmal geprüft werden.
Handschuhe, eine Motorradjacke mit Rückenschutz und Protektoren sowie stabile Stiefel gehören zur Grundausstattung jedes Motorradfahrers. Die GTÜ rät bei der Schutzkleidung zu hellen Farben und zum Tragen einer Warnweste. Falls es dass Budget zulässt kann auch über ein Upgrade der Kleidung nachgedacht werden, etwa in Form von Brustprotektoren oder einer Airbagweste.
Seit 2023 müssen neue Motorradhelme die Norm ECE 22.06 erfüllen. Helme nach davor geltenden Normen müssen zwar nicht ausgetauscht werden, doch ein Wechsel lohnt sich: Die neueren Helme bieten einen besseren Schutz. Generell sollte der Helm fest sitzen ohne zu drücken und sich beim Kopfschütteln kaum bewegen. Integralhelme bieten den besten Schutz, Jet-Helme ein größeres Freiheitsgefühl.
Die erste Ausfahrt findet am besten bei gutem Wetter auf trockenen Straßen statt. Mit den Kilometern kehrt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Gefühl fürs Motorrad zurück. Eine Annäherung an den Grenzbereich unter Aufsicht sowie viele weitere Sicherheitstipps bietet ein spezielles Sicherheitstraining.
Motorradfahrer sollten zu ihrem eigenen Schutz stets defensiv fahren und mit den Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen, selbst wenn sie im Recht sind. Aufgrund ihrer schmalen Silhouette werden sie – trotz Warnweste – von Autofahrern immer wieder übersehen. Gerade zu Saisonbeginn wird dazu die Geschwindigkeit falsch eingeschätzt. Motorräder beschleunigen in der Regel recht stark und befinden sich mitunter im toten Winkel. Deswegen müssen sich auch Autofahrer erst wieder an ihre vermehrte Präsenz im Straßenverkehr gewöhnen. Gegenseitige Rücksichtnahme sollte nicht nur zu Saisonbeginn selbstverständlich sein.
Typische Gefahrensituationen entstehen beim Abbiegen, an Kreuzungen sowie beim Spurwechsel. Besonders kritisch ist das Linksabbiegen von Autofahrern. Auch beim Öffnen der Fahrzeugtür oder beim Wechseln auf die Autobahnspur kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Die GTÜ empfiehlt Autofahrern daher, vor jedem Abbiegen und Spurwechsel bewusst zweimal hinzusehen und den Schulterblick konsequent zu beherzigen. Zudem sollten Motorräder stets mit ausreichend Seitenabstand überholt werden. Kurven sollten Autofahrer keinesfalls schneiden, denn entgegenkommende Motorradfahrer können als Einspurfahrzeug nur mit hohem Risiko ausweichen. (aum)
Veröffentlicht am 10.03.2026
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